17 Ağustos 2016 Çarşamba

1. Einleitung

1. Einleitung

Durch die Geschichte hindurch sandte Gott Seine Propheten, damit sie ihren Völkern den Rechten Weg weisen können und damit sie in dieser und der nächsten Welt Gutes vollbringen können. Der Qur’an lehrt uns, dass dies eine große Gnade für alle die glauben ist.
Gott war wahrlich gegen die Gläubigen gnädig, indem Er unter ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte erweckte, ihnen Seine Verse zu verlesen, sie zu läutern und das Buch und die Weisheit zu lehren; denn siehe, sie wären zuvor in offenkundigem Irrtum. (Sure Al 'Imran: 164)
kaplan
Siehe, Wir werden Unseren Gesandten und den Gläubigen wahrlich helfen, im irdischen Leben und am Tage,
an dein sich die Zeugen erheben.
(Sure Ghafir: 51)
Und Gott sagte zu Seinem Gesandten Muhammad (s.a.w.s):
Und Wir entsandten dich fürwahr als eine Barmherzigkeit für alle Welt. (Sure al-Anbiya': 107)
Diese Gesandten waren leitende Lichter für die Gemeinden, zu welchen sie gesandt wurden; sie zeigten ihren Menschen den Rechten Pfad und übermittelten ihnen die Gebote Gottes. Sie überbrachten die Bedeutung, an Gott zu glauben und Seinen Geboten zu folgen, damit sie Erfolg im jenseitigen Leben haben. Im Laufe der Geschichte haben jedoch nur wenige Menschen den Rat befolgt oder geschätzt, welch große Gnade diese Gesandten für sie waren, so wie es der Qur’an betonte.
Allah has written: "I will be victorious, I and My Messengers." Allah is Most Strong, Almighty.
(Surat al-Mujadalah: 21)
... Jedoch die meisten Menschen glauben nicht. (Sure ar-Ra'd: 1)
Doch die meisten Menschen glauben es nicht, wie sehr du es auch wünschst. (Sure Yusuf: 103)
Das einzige Ziel dieser Gesandten war, das Wort Gottes zu verbreiten. Sie wollten keine materiellen Belohnungen für ihre Arbeit, sondern wünschten nur Gott zu gefallen. Sie waren Menschen mit edlem Charakter und wahrhaftiger Gottesfürchtigkeit (taqwa). Sie erhielten nicht nur keine materiellen Vorteile durch ihre Arbeit, sondern erfuhren durch sie auch große Schwierigkeiten und wurden in verschiedenster Weise in Versuchung geführt als sie versuchten, den Menschen den Glauben zu bringen. Aber diese offensichtlichen Schwierigkeiten dienten nur, um ihren Glauben und Hingabe zu stärken. Als Dank für ihre Hingabe, ihren Glauben, Standfestigkeit, Erhlichkeit und Glaube an Gott, half und unterstützte Er Seine Gesandten, so wie Er es im Qur’an sagt:
Gott hat festgelegt: "Ich werde obsiegen, Ich und meine Gesandten!" Gott ist fürwahr stark, erhaben. (Sure al-Mujadalah: 21)
Gott half Seinen Gesandten und jenen, die glaubten mit materieller und geistiger Stärke gegen die Ungläubigen, die sie schädigen wollten. Er vermehrte die Fülle von Gnaden, die Er ihnen schenkte und verschaffte einen Ausweg aus jeder Schwierigkeit. Er vermehrte ihren Mut und ihre Stärke in jedem Mühsal, erleichterte ihre Bürde und verstärkte ihre Entschlossenheit, indem Er sie an Seine Barmherzigkeit erinnerte. Gott erzählt uns im Qur’an von der Unterstützung und dem Schutz, den Er Seinen Propheten und jenen Gläubigen gibt, die ihnen folgen:
Siehe, Wir werden Unseren Gesandten und den Gläubigen wahrlich helfen, im irdischen Leben und am Tage, an dein sich die Zeugen erheben. (Sure Ghafir: 51)
Gott unterstützte einige Seiner Gesandten, indem Er ihnen Wunder gewährte. Ein Wunder erfordert eine Herausforderung Gottes an seine Schöpfung. Es ist etwas, was Menschen selbst zu tun nicht in der Lage sind; es kann nur durch den Willen Gottes geschehen. Wunder sind von Natur aus ein außergewöhnliches Ereignis und haben deswegen eine enorme Wirkung auf die Menschen. Sie hatten den zweifachen Effekt, Stärkung der Entschlossenheit und des Glaubens derjenigen, die bereits glaubten und den Anschluss vieler Ungläubiger an den Glauben. Diejenigen, die nicht glaubten, wurden herausgefordert, etwas ähnliches zu vollbringen. Waren sie dazu nicht in der Lage, wurde die Botschaft Gottes bestätigt und die Schwäche der Ungläubigen enthüllt.

Die Wunder, die Gott den Propheten wirken ließ

Im Qur’an gibt es ausführliche Berichte über das Leben der Propheten, über die Wunder mit denen Gott ihren Glauben gestärkt und ihre Botschaft unterstützt hat; und über die Wunder, die Er ihnen als Schutz gegen ihre Leugner gab. Die Propheten Ibrahim (a.s), Musa (a.s) und Jesus (a.s) waren unter diesen Gesandten, denen Gott die Kraft, Wunder zu vollbringen, von denen untern einige angeführt sind.
kaplan
Our Word to a thing when
We will it is just to say to it "Be!" and it is.
(Surat al-Nahl: 40)

Die Wunder Ibrahims (a.s)
Das Feuer, in welches Ibrahim (a.s) geworfen wurde, erkaltete:

Die Götzenanbeter waren über Ibrahim (a.s) wütend, da er ihre Götter kritisierte, sie verschworen sich gegen ihn, um ihn ins Feuer zu werfen, aber Gott behütete Seinen Gesandten durch ein Wunder. Gott sagte uns im Qur’an, dass auf Seinen Befehl die Flammen Ibrahim kein Leid zufügten.
Wir sprachen: "O Feuer, sei kühl und unschädlich für Ibrahim!" (Sure al-Anbiya': 69)

Die Vögel, die Ibrahim (a.s) in Stücke schnitt, kamen lebend zurück zu ihm:

Und als Ibrahim sprach: "Mein Herr, zeige mir, wie du die Toten lebendig machst!", sprach Er: "Glaubst du etwa noch nicht?" Er sagte: "Doch! Aber ich möchte in meinem Herzen ganz sicher sein." Er sprach: "So nimm vier Vögel und zähme sie. Dann setze auf jeden Berg einen von ihnen. Dann rufe sie, und sie werden eilends zu dir kommen. Und wisse, dass Gott mächtig und weise ist." (Sure al-Baqara: 260)

Die Wunder des Musa (a.s)

Peynir&MeyveliSofra
"Still Life with Cheeses." Floris Van Dijck (1575-1651). Rijksmuseum, Amsterdam.
Gott gab Musa (a.s) die Kraft, Wunder zu vollbringen, die er verwendete, um den Pharao und seine Höflinge auf den Rechten Weg zu bringen.

Der Stab von Musa (a.s) wurde eine Schlange und verschlang die Tricks der Zauberer:

Er sprach: "Wenn du wahrhaftig mit einem Wunderzeichen kamst, so zeige es her." Da warf er seinen Stab hin und, siehe, er wurde offensichtlich zu einer Schlange. (Sure al-A’raf: 106-107)
“Wirf nur, was du in deiner Rechten hältst. Es wird verschlingen, was sie fabriziert haben. Sie brachten es nur mit einem Zaubertrick zustande. Aber Zauberern ergeht es nicht wohl, wo auch immer." (Sure Ta Ha: 69)

Die Hand Musa (a.s) wurde weiß wie Schnee:

‘Und stecke deine Hand unter deine Achsel. Du wirst sie weiß herausziehen, unbeschädigt -ein weiteres Wunderzeichen! So lassen Wir dich einige Unserer größten Zeichen sehen. ' (Sure Ta Ha: 22-23)
Als Musa (a.s) und die Söhne Israels vor dem Pharao und seinen Leuten flohen, erlaubte ein Wunder Gottes heil zu entkommen, während die Ägypter untergingen.
Musa (a.s) schlug die See mit seinem Stab und ein Weg öffnete sich:
Und as die beiden Gruppen in Sichtweite waren, riefen Musa Gefährten: "Wir werden tatsächlich eingeholt!" Er sprach: "Keineswegs! Seht, mein Herr ist mit mir. Er wird mich richtig führen." Und da offenbarten Wir Musa: "Schlag mit deinem Stab auf das Meer!" Da teilte es sich, und jeder Teil war wie ein gewaltiger Berg. Daraufhin ließen Wir die anderen nachkommen. Wir retteten Musa und die mit ihm waren, allesamt. Dann ließen Wir die anderen ertrinken. (Sure ash-Shu'ara': 61-66)

Die Wunder des Yunus (a.s)

Yunus (a.s) wurde auf wunderbare Weise gerettet, nachdem ihn ein Fisch verschlang:

Yunus war gewiss auch einer der Gesandten. Als er zum beladenen Schiff floh Warf er Lose und verlor dabei. Dann verschlang ihn der Fisch; denn er verdiente Tadel. Und wenn er (Uns) nicht gepriesen hätte, Wäre er gewiss in seinem Bauch geblieben, bis zum Tage der Auferstehung. Doch Wir warfen ihn auf einen öden Strand, krank wie er war. (Sure as-Saffat: 139-145)

Die Wunder des Zacharias (a.s)

Zacharias (a.s) wurde gesagt, dass er trotz seines Alters ein Kind haben wird:

Da rief Zacharias zu seinem Herrn und sprach: "Mein Herr, gib mir von Dir gute Nachkommen; Du erhörst ja die Gebete!" Und während er zum Gebete im Tempel stand, riefen ihm die Engel zu: "Gott verheißt dir Johannes, den Bestätiger eines Wortes von Gott, einen Herrn, einen Asketen und Propheten, einen der Rechtschaffenen." Er sagte: "Mein Herr, wie soll ich einen Jungen erhalten, wo das Alter über mich gekommen und meine Frau unfruchtbar ist?" Er sprach: "Gott bewirkt, was Er will." (Sure Al 'Imran: 38-40)

Die Wunder Marias (a.s)

Maria (a.s) hatte immer Essen bei sich:

... So oft Zacharias zu ihr in den Tempel trat, fand er bei ihr Nahrung. Da fragte er: "O Maria, woher hast du das?" Sie antwortete: "Es ist von Gott. Fürwahr, Gott versorgt, wen Er will, ohne zu rechnen." (Sure Al 'Imran: 37)

Die Wunder Jesus’ (a.s)

Der Qur’an lehrte uns, dass Jesus (a.s) Wunder von Geburt an und während seines ganzen Lebens vollbrachte:
Dann wird Gott sprechen: "O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, als Ich dich mit heiliger Eingebung stärkte, auf dass du zu den Menschen in der Wiege und als Erwachsener reden solltest. Und als Ich dich die Schrift und die Weisheit und die Thora und das Evangelium lehrte. Und als du mit Meiner Erlaubnis aus Ton die Gestalt eines Vogels formtest, in sie hineinhauchtest und sie mit Meiner Erlaubnis zum Vogel wurde. Und als du mit Meiner Erlaubnis die Blinden und Aussätzigen heiltest und mit meiner Erlaubnis die Toten erwecktest. Und als Ich die Kinder Israels von dir zurückhielt, als du ihnen die deutliche Botschaft brachtest und die Ungläubigen unter ihnen sprachen: "Dies ist nichts als offenkundige Zauberei!". (Sure al-Ma'ida: 110)
Und Er wird ihn das Buch und die Weisheit und die Thora und das Evangelium lehren. Und ihn zu den Kindern Israels entsenden: "Siehe, ich komme mit einem Zeichen von euerem Herrn zu euch. Wahrlich, ich will euch aus Ton die Gestalt eines Vogels formen und in sie hauchen. Und mit Gottes Erlaubnis soll sie ein Vogel werden. Und ich will den Blindgeborenen und Aussätzigen heilen und mit Gottes Erlaubnis die Toten lebendig machen, und ich will euch verkünden, was ihr essen und was ihr in eueren Häusern aufspeichern sollt. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid.' (Sure Al 'Imran: 48-49)
Im Qur’an gib es neben den oben angeführten noch viele mehr Wunder. Diese und andere Wunder werden auf Gottes Geheiß vollbracht und so wie Er will. Gott sagt im Qur’an:
Und wahrlich, Wir entsandten Gesandte schon vor dir und gaben ihnen Gattinnen und Nachkommenschaft. Kein Gesandter konnte aber ohne Gottes Erlaubnis Wunder wirken. Jedes Zeitalter hat sein Buch. (Sure ar-Ra'd: 38)
Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) war ein gesegneter Mensch, den Gott den Menschen als Beispiel für seine Tugend, seinen starken Glauben und seine Worte und Handlungen sandte. Wie den vorausgegangenen Propheten gab Gott ihm die Erlaubnis, sein ganzes Leben Wunder zu vollbringen, damit die Menschen sie sehen und davon lernen. Nur seine Gefährten konnten einige dieser Wunder bezeugen, aber eine große Anzahl derjenigen, die den Propheten leugneten konnten andere bezeugen.
Eine Beschreibung einiger Wunder des Propheten (s.a.w.s) kam durch den Qur’an zu uns herunter. Wir wissen von anderen durch die Hadithe des Propheten (s.a.w.s) und durch zahlreiche Schriften Islamischer Gelehrter. Durch diese Quellen ist es möglich, die wunderbaren Eigenschaften dieses gesegneten Mannes, der als Gnade auf die Welt gesandt wurde, zu sehen und die Bedeutung der Verwendung des Qur’an und der Sunnah des Propheten als Wegweiser in unserem täglichen Leben zu verstehen.
kaplan
They have sworn by Allah with their most earnest oaths that if a Sign comes to them they will believe in it. Say: "The Signs are under Allah's control alone." What will make you realize that even if a Sign did come, they would still not believe?
(Surat al-An'am: 109)

2. Die Wunder, die Gott dem Prophet Muhammad (s.a.w.s) vor seinem Prophetentum wirken ließ

2. Die Wunder, die Gott dem Prophet Muhammad (s.a.w.s) vor seinem Prophetentum wirken ließ

Nach historischen Texten erhielt Muhammad (s.a.w.s) mit vierzig Jahren die Ehre, Prophet zu sein. Bevor er aber irgendwelche Offenbarungen erhielt, fanden in seinem Leben gewisse übernatürliche Vorkommnisse statt, die auf seine Zukunft hinwiesen.
Die Hebamme, ash-Shifa, Mutter des berühmten Gefährten ‘Abdur-Rahman ibn ‘Awf, die bei seiner Geburt zur Stelle war sagte aus, dass, als der Prophet (s.a.w.s) auf die Welt kam und in ihren Händen lag, er nießte und sie hörte jemanden sagen: “Gott sei dir barmherzig!” und sie sah, dass der gesamte Horizont vor Licht erstrahlte  (Abu Nu’aym).
Wenn der Prophet (s.a.w.s) reiste, war er immer beschattet. Khadijah erwähnte, dass sie, wenn ihr Gatte reiste, zwei Engeln sah, die ihm Schatten spendeten. (Ibn Sa’d). Halima, seine Ziehmutter aus dem Wüstenstamm der Bani Sa’d ibn Bakr, sagte, dass sie eine Wolke sah, die ihm Schatten spendete, während er bei ihr war. Eines Tages, als der Prophet (s.a.w.s) auf einer Reise war, setzte er sich unter einen trockenen Baum, um zu rasten. Der Baum wuchs und trieb aus und nach manchen Überlieferungen neigte sich der Schatten des Baumes zu dem Propheten (s.a.w.s), um ihn Schatten zu spenden. Das Gelände um den Baum wurde ebenfalls saftig und grün.
Als sich der Moment seines Prophetentums näherte, sah der Prophet (s.a.w.s) in seinem Schlaf Träume mit Vorausahnungen, die sich schließlich bewahrheiteten. Diese Träume erschienen nach der Hadith über einen Zeitraum von sechs Monaten. Imam al-Bukhar, ein angesehener Islamischer Gelehrter berichtet von diesen Träumen in seiner Sammlung.
Aisha erzählte: Das Erste womit die Offenbarung für den Gesandten Gottes begann waren richtige Träume in seinem Schlaf. Er hatte nie Träume aber dieser kam wie der Tagesanbruch. (Al-Bukhari)
Islamische Gelehrte erklären, dass der Grund der Wahrwerdung dieser Art Träume eine Vorbereitung von Muhammad (s.a.w.s) in seinem Schlaf auf die große Verantwortung des Prophetentums war.

3. Das Wunder der Offenbarung

3. Das Wunder der Offenbarung

Das größte Wunder, welches dem Prophet Muhammad (s.a.w.s) gestattet wurde, war unzweifelhaft Gottes Offenbarung des Qur’an. Der Prophet (s.a.w.s) war durch Gott erwählt worden, um Seine Botschaft der Menschheit zu übermitteln. Das war, wie der Qur’an erläutert, eine große Verantwortung.
O du Verhüllter! Steh während der Nacht (im Gebet) außer ein wenig. Die Hälfte davon oder etwas weniger. Oder etwas mehr - und trage den Qur’an vor, bedächtig und deutlich. Wahrlich Wir werden dir ein gewichtiges Wort anvertrauen. Fürwahr, das Gebet in der Nacht macht stärkeren Eindruck und lässt leichter das richtige Wort finden, Während du am Tage lange den Geschäften nachgehen kannst. So gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm voll und ganz. (Sure al-Muzzammil: 1-8)

Die Offenbarung

sofra
A copy of the Qur'an from 1790 CE (1205 AH) written in the Naskhi style. Classic style layout, every page containing seventeen lines. Ruled in gold, leather binding from the time. (Suleyman Tevfik)
Die erste Offenbarung kam bald, nachdem Muhammad (s.a.w.s) die wahren Träume zu sehen begann. Wegen diesen Träumen begann er sich in die Höhle von Hira (Ghar Hira’) auf dem Berg des Lichts (Jabal an-Nur), ungefähr zwölf Kilometer von Makkah entfernt, zurückzuziehen. Der Prophet (s.a.w.s) war gerade vierzig Jahre alt, als er sich während des Monats Ramadan alleine in der Höhle befand, ihm der Engel Gabriel erschien und ihn aufforderte zu lesen. Diese Begebenheiten sind vollständig in dem Hadith beschrieben:
Aisha erzählte: Zu Beginn der Offenbarung an den Gesandten Gottes waren es richtige Träume in seinem Schlaf. Er sah nie einen Traum, dieser kam plötzlich wie der Tagesanbruch. Üblicherweise ging er in die Abgeschiedenheit (der Höhle) von Hira’, wo er (Gott alleine) ununterbrochen während vieler Nächte anbetete. Er nahm für diesen (Aufenthalt) Vorräte mit sich, dann kam er zu Khadijah zurück um wiederum Essen für eine weitere Zeitdauer mit zu- nehmen. Dann kam plötzlich die Wahrheit auf ihn herab, als er in der Höhle von Hira’ weilte. Der Engel kam zu ihm in die Höhle und forderte ihn auf zu lesen. Der Prophet antwortete, “Ich kann nicht lesen” (Der Prophet fügte hinzu), “Der Engel ergriff mich kräftig und drückte mich so stark, dass ich es nicht mehr aushalten konnte. Er ließ mich aus und verlangte von mir, dass ich lese, und ich antwortete, “Ich kann nicht lesen,” worauf er mich wieder ergriff und mich ein zweites Mal drückte, bis ich es nicht mehr aushalten konnte. Dann gab er mich frei und verlangte von mir nochmals zu lesen, aber ich antwortete, “Ich kann nicht lesen” oder, “Was soll ich lesen?” Daraufhin ergriff er mich ein drittes Mal, drückte mich und ließ mich los und sagte: “Lies: Im Namen deines Herrn, Der erschuf. Er erschuf den Menschen aus einem Klumpen. Lies! Denn dein Herr ist gütig, ... was er nicht wusste.”  (Sure al-'Alaq: 1-5) Dann kam der Bote Gottes mit ihm zurück ... (Al-Bukhari)
Es gibt auch mehrere Verse im Qur’an, die die Begegnung des Propheten (s.a.w.s) mit dem Engel Gabriel und der Offenbarung des Qur’an beschreiben:
Euer Gefährte irrt nicht und wurde nicht getäuscht. Noch spricht er aus eigenem Antrieb. Er ist nichts anderes als eine ihm geoffenbarte Offenbarung, Die ihn der überaus Mächtige gelehrt hat. Der überaus Weise. Aufrecht stand er da. Am höchsten Horizont. Dann näherte er sich und kam nahe. Bis auf zwei Bogen(schüsse) entfernt oder noch näher Und offenbarte seinem Diener, was er zu offenbaren hatte. Sein Herz erlog nicht, was er sah. Wollt ihr ihm denn bestreiten, was er sah? (Sure an-Najm: 2-12)
Gemäß einigen Interpretationen des Qur’an beziehen sich diese Verse auf die Offenbarung des Qur’an, jedoch einige andere Auslegungen verwenden diese Verse um sich auf das Mi’raj (Auffahrt zu den Himmeln) zu beziehen.
His favor to you is indeed immense.
(Surat al-Isra': 87)
Verschiedene andere Verse belegen die Tatsache, dass es Gabriel war, der den Qur’an von Gott dem Propheten (s.a.w.s) überbrachte. In diesen Versen wird auf Gabriel als “die reinste Seele (Ruh)” oder “die getreue Seele (Ruh)” verwiesen.
Sprich: "Wer auch immer Gabriels Feind ist -ist er es doch, der deinem Herzen mit Gottes Erlaubnis (den Qur’an) offenbarte als eine Bestätigung des Früheren und eine Rechtleitung und eine Heilsbotschaft für die Gläubigen. (Sure al-Baqara: 97)
Sprich: "Der Geist der Heiligkeit hat ihn von deinem Herrn gebracht, in Wahrheit, um die Gläubigen damit zu stärken, und als eine Leitung und Heilsbotschaft für die Gottergebenen." (Sure an-Nahl: 102)
Und siehe, er ist eine Offenbarung des Herrn der Welten. Mit ihm kam der getreue Geist herab. Auf dein Herz, damit du einer der Warner seist. (Sure ash-Shu'ara': 192-194)
Dieser letzte Vers zeigt, dass der Qur’an direkt in das Herz des Propheten (s.a.w.s) geoffenbart wurde. Das war eine Gnade, die Gott dem Propheten (s.a.w.s) gespendet hat, so wie Gott im Qur’an sagt:
Außer der Barmherzigkeit deines Herrn. Siehe, Seine Huld gegen dich ist groß. (Sure al-Isra': 87)
Du selbst konntest nicht hoffen, dass dir das Buch gegeben würde; es war die Barmherzigkeit deines Herrn ... (Sure al-Qasas: 86)
Nach der Offenbarung der ersten Verse, ist es überliefert, dass die Offenbarung an den Propheten (s.a.w.s) für eine gewisse Zeit aufhörte. Als die Offenbarungen wieder aufgenommen wurden, erzählte uns der Hadith, dass die nächsten Verse der Anfang der Sure al-Muddaththir waren:
O du Bedeckter! Steh auf und warne. Und verherrliche deinen Herrn. (Sure al-Muddaththir: 1-3)
Nachdem er diese Verse erhielt, gehorchte der Prophet (s.a.w.s) den Befehlen von Gott und nahm die Verantwortung der Verkündung der Offenbarung wieder auf. Der Prophet (s.a.w.s) erhielt fortgesetzt die Göttlichen Offenbarungen bis zu seinem Tod, dreiundzwanzig Jahre später.
Is it not enough for them that We have sent down to you the Book that is recited to them? There is certainly a mercy and reminder in that for people who believe.
(Surat al-'Ankabut: 51)

Der Zustand Muhammads (s.a.w.s) während er die Offenbarung erhielt

Es gibt in den Hadith Beschreibungen, wie es für den Propheten (s.a.w.s) war, Offenbarungen zu empfangen. Zum Beispiel hörten die, mit dem Propheten (s.a.w.s) Anwesenden, ein Geräusch wie von Bienensummen, sobald die Offenbarung kam. Andere Quellen sagen, dass das Geräusch wie das Summen der Bienen rund um das Gesicht des Propheten (s.a.w.s) war. Einige Hadith beschreiben den Zustand des Propheten (s.a.w.s), während er die Offenbarung erhält.
Aisha erzählte: Al-Harith ibn Hisham fragte den Propheten (s.a.w.s): “Wie kommt die Offenbarung zu dir?” Er sagte, “In verschiedenen Formen kommt der Engel zu mir, manchmal gleicht er dem Geräusch einer läutenden Glocke. Sobald dieser Zustand mich verläßt erinnere ich mich, was der Engel sagte. Diese Art der Offenbarung ist die schwerste für mich; Manchmal kommt der Engel in der Form eines Mannes und spricht mit mir, und ich verstehe und erinnere mich, was er sagt.” (Al-Bukhari)
Aisha erzählte: “An einem sehr kalten Tag sah ich den Propheten (s.a.w.s) wie er die Offenbarung erhielt und bemerkte, dass der Schweiß von seiner Stirne tropfte.”  (Al-Buhkari und At-Tirmidhi)
Zayd ibn Thabit erzählte: “Ich schrieb die Offenbarung Gottes an den Propheten (s.a.w.s). Sobald die Offenbarung kam, befiel ihn eine große Müdigkeit und er hatte Schweißperlen auf der Stirne. Sobald der Zustand der Offenbarung endete rezitierte er und ich schrieb.”  (At-Tabarani)1
Abu Hurayrah erzählte: “Sobald die Offenbarung Gottes zum Propheten (s.a.w.s) kam, war es, als ob er in Ohnmacht gefallen war.” (Abu Nu'aym)2
The revelation of the Book, without any doubt in it,
is from the Lord of the worlds.
(Surat al-Sajdah: 2)

Der Qur’an wurde direkt in das Herz des Propheten (s.a.w.s) geoffenbart

Gott offenbarte den Qur’an in Abschnitten über einen Zeitraum von dreiundzwanzig Jahren, direkt in das Herz des Propheten Muhammad (s.a.w.s):
Und die Ungläubigen fragen: "Warum ist der Qur’an nicht auf einmal (als ganzes) auf ihn herabgesandt worden?" Dies, um so dein Herz zu festigen. Und Wir haben ihn in sich stimmig wohl geordnet. (Sure al-Furqan: 32)
Während des Zeitraumes der Offenbarung unterstützte Gott Seinen Propheten (s.a.w.s) und half ihm, Seine Botschaft richtig den Menschen zu übermitteln. Gott unterwies den Propheten (s.a.w.s), wie der Qur’an zu zitieren ist:
Bewege deine Zunge nicht zu schnell. Uns obliegt schließlich seine Sammlung und Verlesung. Darum, wenn Wir ihn vortragen lassen, dann folge seiner Vortragsweise aufmerksam. Uns obliegt dann seine Erklärung. (Sure al-Qiyama: 16-19)
Und erhaben ist Gott, der wahre König! Und übereile dich nicht mit dem (Zitieren des) Qur’an, bevor er dir vollständig geoffenbart worden ist, sondern sprich: "O mein Herr! Mehre mein Wissen!" (Sure Ta Ha: 114)
Er half auch dem Propheten (s.a.w.s), die Verse im Gedächnis zu behalten:
Wir werden dich vortragen lehren, und du wirst nichts vergessen. (Sure al-A'la: 6)
Die Fähigkeit des Propheten (s.a.w.s), all die Verse des Qur’an auf diese Art zu lernen ist ein weiteres Wunder, welche Gott ihm gab. In der Lage zu sein, sich an die Verse, sobald er sie benötigte, zu erinnern, machte die Arbeit des da’wah des Propheten (s.a.w.s) leichter:
Und Wir werden dich auf den leichtesten Weg bringen. (Sure al-A'la: 8)
Es war auch Gottes Art, den Qur’an zu beschützen und sicher zu stellen, dass er nicht verzerrt oder vergessen wird. Es ist ein Wunder, welches durch die gewaltige Anzahl an Menschen, die den Qur’an auswendig können (huffaz), bis heute Fortbestand hat.
Trag vor, was dir von dem Buch deines Herrn geoffenbart wurde, Dessen Wort niemand verändert. Niemals findest du Zuflucht, außer bei Ihm. (Sure al-Kahf: 27)
O you who are enwrapped in your clothing, stay up at night, except a little, half of it, or a little less, or a little more, and recite the Qur'an distinctly. We will impose a weighty Word upon you. Certainly,
rising at night has a stronger effect and is more conducive to concentration. In the daytime, much of your time is taken up by business matters. Remember the Name of your Lord and devote yourself to Him completely.
(Surat al-Muzzammil: 1-8)

Fussnoten

1. Sahih Al-Bukhari, vol. 9, book 87, hadith no. 111
2. Sahih Al-Bukhari
3. Al-Bukhari
4. Al-Bukhari and al-Tirmidhi
5. At-Tabarani
6. Abu Nu'aym

4. Die Wunder des Qur’an

4. Die Wunder des Qur’an

Der Qur’an ist das Wort Gottes, geoffenbart für die gesamte Menschheit und für alle Zeiten. Die Gründe, wofür der Qur’an als Wunder bezeichnet werden kann sind so zahlreich, dass sie selbst nicht aufgezählt werden können. Es gibt jedoch drei Hauptgründe, die den Qur’an als Wunder auszeichnen: Seine literarische Vorzüglichkeit, sein Inhalt und sein Schutz durch Gott.

Die literarische Vorzüglichkeit des Qur’an

Der Qur’an wurde, wie darin erklärt, den Arabern in arabischer Sprache geoffenbart:
Hätten Wir ihn zu einem fremdsprachigen Qur’an gemacht, hätten sie gewiss gesagt: "Warum sind seine Zeichen nicht deutlich erklärt worden? (Ein Buch) in fremder Sprache und ein Araber?... (Sure Fussilat: 44)

Um die literarische Vorzüglichkeit des Qur’an besser verstehen zu können, ist es nötig, über die Sprache der Araber, denen der Qur’an geoffenbart wurde, zu lernen. Vor dem Erscheinen des Islam waren Dichtkunst und Literatur in Arabien hoch entwickelt. Es gab erstaunlich originelle Dichter und wortgewandte Personen, die die arabische Sprache äußerst gut beherrschten. Die Literaten eines Stammes wurden gleichwertig mit den größten Heldes des Volkes betrachtet. Auf Grund der Wichtigkeit der Literatur und Rhetorik wurden die Mu’allaqat (sieben Gedichte von sieben Dichtern) in goldenen Buchstaben geschrieben und an den Wänden der Ka’bah (Kaaba) aufgehängt.3 Einige davon wurden dem Volk zu großen Anlässen, wie der Markt in Ukkaz, vorgelesen. Sogar beduinische Nomaden rezitierten manchmal Dichtungen, die ebensogut, wenn nicht besser waren als die, der Poeten in den Städten, und die Menschen waren bewegt von ihren Vorträgen.4
Es war deshalb in jener Zeit, als der Qur’an geoffenbart wurde, dass Wortgewandtheit und Stil der Sprache gut entwickelt waren. Als der Prophet (s.a.w.s) den Qur’an den Ungläubigen von Makkah rezitierte, waren sogar diese Literaten davon beeindruckt. Manche Menschen traten lediglich nach Anhören der schönen Verse zum Islam über – Umar ibn al-Khattab, einer der erbittertsten Gegner des Islam, konvertierte, nachdem er die ersten Verse der Sure Ta-Ha las.
We have sent down to you the Book for humanity with truth.
So whoever is guided is guided to his own good and whoever is misguided, it is to his detriment.
You are not set over them as a guardian.
(Surat al-Zumar: 41)
Manche Menschen nahmen den Islam, nachdem sie den Qur’an hörten, noch nicht an, jedoch konnten sie auch keine Antwort darauf finden. Die Ungläubigen verspotteten den Propheten (s.a.w.s) und bezichtigten ihn, dass er den Qur’an selbst schrieb:
Und die Ungläubigen behaupten: "Dies ist nichts als Betrug, den er sich mit Hilfe anderer Leute ausgedacht hat." Doch sie äußern da nur Ungerechtigkeit und Falschheit. (Sure al-Furqan: 4)
Und sie behaupten: "Fabeleien früherer Geschlechter hat er sich aufschreiben lassen; sie werden ihm am Morgen und am Abend vorgelesen."(Sure al-Furqan: 5)
Allah has sent down the Book with truth and with the Just Balance. What will make you realize [this fact]? Perhaps the Hour is close.
(Surat al-Shura: 17)
It is in the Source Book with Us, high-exalted, full of wisdom.
(Surat al-Zukhruf: 4)
Gott gab die weiseste Antwort auf die, bis ins einzelne verzierte Rhetorik der Araber und an ihre berühmtesten Dichter und besten Redner und forderte sie heraus, ähnliche Werke zu vollbringen.
Und falls ihr über das, was Wir auf Unseren Diener herniedersandten, in Zweifel seid, so bringt eine gleiche Sure hervor und ruft andere Zeugen als Gott an, so ihr wahrhaftig seid. (Sure al-Baqara: 23)
Dennoch sagen sie: "Er hat ihn sich ausgedacht!" Sprich: "So bringt (wenigstens) eine einzige ebenbürtige Sure hervor, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott - sofern ihr wahrhaftig seid." (Sure Yunus: 38)
Aber Gott weiß, dass niemand in der Lage ist, noch jemals sein wird, dies zu vollbringen:
Sprich: "Wahrlich, selbst wenn sich Menschen und Dschinn zusammentäten, um einen Qur’an wie diesen hervorzubringen, brächten sie nichts Gleiches hervor, auch wenn die einen den anderen beistünden."(Sure al-Isra': 88)
Oder sie behaupten: "Er hat ihn zusammengedichtet!" Sprich: "So bringt zehn gleichwertige Suren herbei, (von euch) erdichtet, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott sofern ihr wahrhaft seid. Und wenn sie euch nicht erhören, dann wisst, dass er aus Gottes Weisheit hinabgesandt wurde, und dass es keinen Gott außer Ihm gibt. Wollt ihr euch nicht (Gott) ergeben?" (Sure Hud: 13-14)
Dennoch sagen sie: "Er hat ihn sich ausgedacht!" Sprich: "So bringt (wenigstens) eine einzige ebenbürtige Sure hervor, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott - sofern ihr wahrhaftig seid." Aber was ihr Wissen nicht umfasste und was ihnen noch nicht erläutert worden war, nannten sie Lüge. So leugneten auch jene, die vor ihnen lebten. Und schau, wie das Ende der Ungerechten war! (Sure Yunus: 38-39)
Der große Islamische Denker Bediuzzaman Said Nursi beschreibt die Auswirkung der Offenbarung des Qur’an auf die Araber:
Als der Qur’an geoffenbart wurde, forderte er Experten in vier Bereichen heraus Zuerst verneigten sich die Wortgewandten vor ihm. Sie alle hörten mit Verwunderung zu. Zweitens verblüffte er die Dichter und Redner, so dass sie enstaunt in ihre Finger bissen. Ihre schönsten, in Gold geschriebenen Dichtungen erhielten einen Schlag und die berühmten Sieben Gedichte, die an den Wänden der Ka’bah (Kaaba) als Gegenstand des Hochmutes aufgehängt waren, wurden heruntergerissen. Drittens brachte er die Wahrsager und Zauberer zum Schweigen. Er ließ sie ihre Entdeckungen von verstecktem Wissen vergessen, was zur Vertreibung des Jinn aus den Himmeln führte und brachte das Weissagen zu einem definitiven Ende. Viertens befreite er alle jenen von Mythos und Phantasien, welche die Ereignisse von längst vergangenen Zeiten und die Fakten der Kosmologie kannten, indem er sie die wahren Geschichten der vergangenen Ereignisse und das erleuchtende Wissen über die Schöpfung lehrte. Aus diesen Gründen verneigten sich diese vier Gruppen vor dem Qur’an mit Erstaunen und Hochachtung und wurden seine Schüler. Keiner von ihnen wagte es jemals wieder, einen einzigen Vers in Zweifel zu ziehen.5
Der Qur’an ist in solcher Weise geschrieben, dass kein menschliches Wesen etwas ähnliches wiedergeben könnte. Die arabische Sprache selbst ist sehr rein; sie ist nicht so, wie die Araber heute sprechen. Der Qur’an verkündet seine Botschaft klar und prägnant und doch eloquent. Um die Botschaft des Qur’an zu verdeutlichen wurden zahlreiche Gleichnisse und Ausdrücke verwendet.
So haben Wir den Menschen in diesem Qur’an allerlei Gleichnisse aufgestellt. Doch der Mensch bestreitet die meisten Dinge. (Sure al-Kahf: 54)

Es ist ein Buch von großer Tiefe und vielschichtiger Bedeutung. Selbst ein oberflächliches Lesen des Qur’an wird erkennen lassen, dass nur eine begrenzte Anzahl von Worten (einige zweitausend) in dem ganzen Qur’an verwendet wurde, um eine gewaltige Auswahl an Befehlen, Gedanken und Tatsachen zu überliefern. Gerade diese Wiederholungen machen das Buch allen Lesern leicht verständlich und merkbar:
Wir machten den Qur’an gewiss leicht zum Erinnern ... (Sure al-Qamar: 17)

Und doch, trotz offensichtlicher Wiederholung von Schlüsselthemen, kann man den Qur’an nicht als repetitiv bezeichen. Selbst wenn jemand ihn oft in seinem Leben liest, wird er niemals unterlassen, seine Eleganz zu würdigen und nie durch sein Lesen ermüden.
Gott hat die schönste Botschaft hinabgesandt: ein Buch, in Einklang mit sich selbst, voll Wiederholung... (Sure az-Zumar: 23)

So hold fast to what has been revealed to you.
You are on a straight path.
(Surat al-Zukhruf: 43)

Der Inhalt des Qur’an

Der Qur’an ist in seinem Gehalt einzig, da er eine Göttliche Offenbarung ist. Er beinhaltet die Rechtleitung Gottes für die gesamte Menschheit; er hilft den Menschen, ihr eigenes ich zu erkennen; er gibt Auskunft über die Vergangenheit und die Zukunft, über Dinge, die kein menschliches Wesen noch Geist wissen konnten und alle seine Enthüllungen sind wahr. Außerdem spielte der Qur’an bereits von 1400 Jahren auf wissenschaftliche Themen an, die erst kürzlich mit Hilfe der Technologie des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts ans Licht kamen.
Mit der ehrfurchtsgebietenden Weisheit, die er beinhaltet, der Wahrheit, die die Vergangenheit und Zukunft offenlegt, den Offenbarungen, die die Unwissenheit vertreiben und die Geheimnisse der menschlichen Gesinnung enthüllen, hat der Qur’an nichts gleichartiges. Sein wundervoller Charakter ist für alle Menschen in der Vergangenheit und der Zukunft maßgebend. Seine Gebote und Verbote sind bis zum Tag des Urteils gültig. Er war, ist und wird für alle Zeiten und für alle Menschen, vom Tage seiner Offenbarung bis zum Letzten Tag maßgeblich sein.
... Und dies ist nur eine Mahnung für die Menschen. (Sure al-Muddaththir: 31)
Doch dies ist nichts anderes als eine Ermahnung für alle Welt. (Sure al-Qalam: 52)
Gott hat im Qur’an in vielen Versen Seine Eigenschaften, Seine Macht und Seinen Gefallen an Seiner Schöpfung dargestellt. Er offenbart, dass Er das Universum schuf; dass Er frei von weltlichen Bedürfnissen ist; dass Er frei von Fehlern ist; dass Er allwissend und alles-sehend ist. Das ist für uns wichtig, damit wir ein besseres Verständnis des Einen, den wir anbeten, erlangen, so dass wir für Seine Wohltätigkeiten dankbar sein können und uns weiter bemühen, Ihm zu gefallen. Außerdem spricht Gott direkt zu uns, persönlich und kollektiv, zu Moslems und nicht-Moslems, und gib uns Zuversicht und Rückhalt, gute Nachrichten und eine Warnung. Er sagt uns, dass Er unser Freund und Helfer ist und dass die Menschen Ihn in Zeiten der Not anrufen sollen.
Da Gott der Schöpfer aller Dinge ist, weiß Er, was für Seine Schöpfung am besten ist, sowohl für die Menschen als auch für sie als ein Ganzes. Deshalb hat Er im Qur’an die Grenzen Seines Gesetzes (Shariah), innerhalb welchen wir handeln sollen, umrissen. Gott hat im Qur’an ausdrücklich erklärt, was richtig und falsch ist; was rechtmäßig und was verboten ist:
Er ist es, der auf dich das Buch herabsandte. In ihm sind eindeutig klare Verse - sie sind die Mutter des Buchs ... (Sure Al 'Imran: 7)

Die im Qur’an enthaltene Rechtleitung ist voll mit Weisheit und kann ohne Schwierigkeiten erfaßt werden. Die in seinen Versen auferlegten Gebote und Verbote sind klar und leicht verständlich. Ein Mensch mit ernsten Vorsätzen, den Gott auf dem Rechten Weg geleitet hat, kann sie ohne Schwierigkeiten verstehen und sie vollständig in seinem Handeln befolgen.
Der Qur’an ist aber viel mehr als ein Buch mit Vorschriften. Gott offenbarte im Qur’an, wie man körperlich und geistig gesund sein kann, und was in Zeiten von Schwierigkeiten und unerwarteter Mißgeschicke zu tun ist. Er beschrieb auch unterschiedliche menschliche Charaktere. Gott enthüllte auch Verse, die uns Kenntnisse bei der Lösung von Problemen, sei es persönliche oder gemeinschaftliche, bescherten. In anderen Worten beinhaltet der Qur’an alle grundlegenden Kenntnisse, die jederzeit im Leben einer Person oder einer Gemeinschaft benötigt werden, gleichgültig, wie unbedeutend sie auch sein mögen.
Aber es sind nur jene, die Gott fürchten und seine Gebote und Verbote befolgen, und die sich Ihm in ihrem Herzen unterwerfen, und die der kommenden Welt, der jetzigen den Vorzug geben, sind in der Lage, die Ratschläge des Qur’an für sich geltend zu machen. Gott sagt im Qur’an:
Wollen sie denn nicht über den Qur’an nachdenken - oder sind ihre Herzen verriegelt? (Sure Muhammad: 24)

Der Qur’an berichtet uns über vergangene Nationen und Menschen, die Gott leugnen oder Ihm nicht gehorchten, um uns zu helfen, Gottes Gebote in unserem täglichen Leben zu befolgen. Wir erfahren von ihrem Ende und wie sie bestraft wurden, damit auch wir aus der Geschichte eine Lehre ziehen können. Das ist eine Gnade, an der uns Gott teilhaben läßt.
Dies ist ein Teil der Berichte über Städte, die Wir dir erzählen; einige von ihnen stehen noch, und andere sind wie niedergemäht. (Sure Hud: 100)

Diese Geschichten von vergangenen Nationen ist ebenfalls eine Art, den Ungläubigen zu beweisen, dass der Qur’an das Wort Gottes ist. Der Prophet konnte einen Großteil der geschichtlichen Details nicht wissen, da er von keinem Gelehrten unterrichtet wurde. Er konnte nicht lesen noch schreiben und er ist auch nicht viel gereist. Das beweist, dass er den Qur’an nicht geschrieben haben kann. Viele Beschreibungen der vergangenen Nationen wurden vor kurzem durch Historiker und Archäologen bestätigt.6
Wahrlich, in den Geschichten über sie finden sich Lehren für die Verständigen. Er ist keine erfundene Geschichte, sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine Erklärung aller Dinge und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für ein gläubiges Volk. (Sure Yusuf: 111)

Im Qur’an wurden Gebote und Verbote für uns erläutert, damit wir das Beste in der kommenden Welt erreichen. Um uns zu motivieren, mehr Gutes zu tun, beschreibt Gott im Detail, was wir im Jenseits zu erwarten haben. Es hängt von unserer Reinheit tawhid ab und den Taten, die wir in diesem Leben erbracht haben. Der Garten wurde bis ins Detail beschrieben, damit wir uns bemühen, ihn zu erstreben, so Gott will. Gleicherweise wurde ein ebenso graphisches Bild des Höllenfeuers gezeichnet, damit wir uns vom Unglauben, von der offenen oder versteckten Anmaßung, Partner Gottes zu sein und von schlechten Taten distanzieren, da wir das Mißfallen Gottes erregen.
Es ist gewiss eine Ermahnung für dich und für dein Volk, und ihr werdet darüber zur Rede gestellt werden. (Sure az-Zukhruf: 44)

Gott sagt uns, dass Er uns die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch (furqan) zu urteilen, gegeben hat und mit diesem Leistungsvermögen lädt Er uns ein, über seine Schöpfung nachzudenken.
Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenartigkeit euerer Sprachen und euerer (Haut-)Farben. Darin sind fürwahr Zeichen für die Wissenden. (Sure ar-Rum: 22)

In mehreren Versen des Qur’an gibt es Hinweise auf wissenschaftliche Gebiete, die erst vor kurzem von Forschern mit Hilfe von fortgeschrittlicher Technologie oder schwerverständlicher Mathematik weiterentwickelt wurden. Zur Zeit der Offenbarung des Qur’an war es unmöglich, diese Gebiete wissenschaftlich zu erforschen. Dies ist einmal mehr ein ernstzunehmender Hinweis für jene, die den Qur’an als Wort Gottes an die Menschheit leugnen.
Als der Qur’an im siebenten Jahrhundert geoffenbart wurde, hatten die Araber unzählige Mythen über die Welt. Sie hatten nicht die Technologie um das Universum zu erforschen noch die Welt der Natur. Sie glaubten in Mythen und Legenden, die von Generation zu Generation überliefert wurden. Sie glaubten z.B. dass der Himmel durch Berge hochgehalten wird; dass die Erde flach wäre und dass hohe Berge an den beiden Enden der Welt als Säulen dienten um das Himmelszelt abzustützen. Solcherlei Mythen wurden durch die Offenbarung des Qur’an ad absurdum geführt.
Gott ist es, der die Himmel ohne sichtbare Säulen aufgerichtet hat... (Sure ar-Ra'd: 2)

Über dies und viele andere Angelegenheiten vermittelt der Qur’an wichtige Kenntnisse, die den meisten Menschen dieser Zeit unbekannt waren. Als der Qur’an heruntergesandt wurde, wußten die Menschen sehr wenig über Astronomie, Physik und Biologie. Er beinhaltete bedeutendes Wissen über viele Dinge, wie die Schöpfung des Universums und der Menschen, die Bestandteile der Atmosphäre und das Gleichgewicht in der Natur. Es gibt wahrhaftig Tatbestände im Qur’an, welche wir noch nicht verstehen oder schätzen, weil wir noch nicht die Fähigkeit haben, sie zu erfassen.
Sehr detailliertes Wissen über diese Welt und die zukünftige wird im Qur’an vernünftig erklärt. Dies ist die Einzigartikeit des Qur’an. Obwohl der Qur’an viel Material für jene mit erforderlichem Verstand, Kenntnis und Gelehrsamkeit hat, benötigt der durchschnittliche Mensch keinen hohen Intellekt, umfassende Kultur oder Geschicklichkeit, um den Qur’an zu verstehen; man braucht nur Aufrichtigkeit. Der Qur’an wurde der gesamten Menschheit gesandt, aber er ist nur der Rechte Weg für jene, die Gott fürchten und die an den Letzten Tag glauben:
Dies sind die Verse des weisen Buches, Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Rechtschaffenen. (Sure Luqman: 2-3)
O ihr Menschen! Nun ist eine Mahnung eueres Herrn zu euch gekommen und eine Arznei für das, was euere Herzen bewegt, und eine Leitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen. (Sure Yunus: 57)
Bediuzzaman Said Nursi sagte, dass der Qur’an ein Führer zur Wahrheit für ergebene Sklaven Gottes ist:
Der Allwissende Qur’an ist der Führer zum Wissen und Bewußtsein, der Führer der Geister und Männer (sowie Frauen), der Lehrer jener, die nach Vollendung streben und der Ausbilder derjenigen, die die Wirklichkeit suchen.7
Der Qur’an sagt, dass die Worte Gottes genau und vollständig sind und dass eine Person nur dann die Wahrheit erreicht, wenn sie den Qur’an und die Sunnah des Propheten (s.a.w.s) als Richtlinie nimmt.
... Nichts haben Wir in dem Buch übergangen... (Sure al-An'am: 38)
... Und diejenigen, denen Wir das Buch gaben, wissen, dass es in Wahrheit von deinem Herrn hinabgesandt wurde. So sei keiner der Zweifler. Und das Wort deines Herrn hat sich in Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit erfüllt. Niemand vermag Sein Versprechen zu ändern; und Er ist der Hörende, der Wissende. (Sure al-An’am: 114-115)
It is certainly a reminder to you and to your people,
and you will be questioned.
(Surat al-Zukhruf: 44)

Der Schutz des Qur’an

Einer der wichtigsten Eigenschaften des Qur’an ist, dass er, ohne Änderung seit der Zeit, als er dem Prophet Muhammad (s.a.w.s) geoffenbart wurde, zu uns heruntergekommen ist:
Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und Wir wollen fürwahr ihr Bewahrer sein. (Sure al-Hidschr: 9)
... Dessen Wort niemand verändert... (Sure al-Kahf: 27)
Es ist im Qur’an selbst erklärt, dass der Qur’an nicht die erste Offenbarung Gottes an die Menschheit ist:
Er hat auf dich das Buch in Wahrheit herabgesandt, bestätigend, was ihm vorausging. Und Er sandte hinab die Thora und das Evangelium-(Schon) zuvor - als eine Rechtleitung für die Menschen... (Sure Al ‘Imran: 3-4)

Das Wunder des Qur’an ist, dass er die letzte Offenbarung Gottes ist und er wird heute so rezitiert wie vor 1400 Jahren rezitiert. Er wird für allezeit unverändert bleiben. Der originale Zustand der zuvor geoffenbarten Schriften wurde geändert. Über Jahre wurden Zusätze und Änderungen gemacht und einzelne Teile wurden völlig geändert.
Wenn aber eine Offenbarung dem Propheten (s.a.w.s) gemacht wurde, befähigte ihn Gott auf wundervolle Weise, sie sich zu merken. Sofort danach ließ der Prophet (s.a.w.s) den Qur’an von ausgewählten Männern unter den Gefährten, den “Schreibern der Offenbarung”, aufzeichnen. Aus diesem Grund wurde der Qur’an in schriftlicher Form bewahrt. Während des Kalifates von Abu Bakr wurde der Qur’an in einem Band gesammelt. Während des Kalifates von Osman wurden zahlreiche Kopien angefertigt und in die großen Städte des Islam versendet.
Auf Grund dieses Göttlichen Schutzes ist der Qur’an ein solch gewaltiges Buch, mit der Erlaubnis und dem Willen Gottes:
... Es ist wahrlich ein erhabenes Buch! Von keiner Seite kann Falschheit an es herankommen. Es ist eine Offenbarung von einem Weisen, Rühmenswerten. (Sure Fussilat: 41-42)
Hätten wir diesen Qur’an auf einen Berg herabgesandt, dann hättest du ihn sich demütigen und aus Ehrfurcht vor Gott sich spalten sehen. Solche Gleichnisse stellen Wir für die Menschen auf, damit sie nachdenklich werden. (Sure al-Hashr: 21)
Wenn man den Qur’an rezitiert, können in dieser und der kommenen Welt vielfältige Wohltaten erworben werden und mehr davon, wenn man ihn versteht.
... Von Gott ist zu euch nunmehr ein Licht und ein deutliches Buch gekommen, Womit Gott zu Wegen des Heils leitet, wer Sein Wohlgefallen anstrebt, und sie mit Seiner Erlaubnis aus den Finsternissen zum Licht und auf einen rechten Pfad führt. (Sure al-Ma'ida: 15-16)
Dies dient der Einsicht der Menschen und ist eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die ihres Glaubens gewiss sind. (Sure al-Dschathiya: 20)
Unter der Autorität von ‘Abdullah ibn Mas’ud wurde erzählt, dass der Prophet (s.a.w.s) sagte: Der Qur’an ist ein Fürbitter. Er wurde geschaffen um Fürsprache einzulegen und es ist rechtmäßig, daran zu glauben. Wer immer ihn vor sich legt, den wird er ins Paradies geleiten; wer ihn aber hinter sich legt, den wird er ins Höllenfeuer lenken.’ (At-Tarabani)
Die Rezitation des Qur’an bringt dem Herzen Ruhe und Friede der Seele. Er ist eine Führung und Gnade von Gott für alle Gläubigen.
... sollten die Herzen im Gedanken an Gott denn nicht in Frieden sein? (Sure Ra'd: 28)
Und wenn der Quran verlesen wird, so hört zu und schweigt, damit ihr Barmherzigkeit findet... (Sure al-A’raf: 204)
Those are Allah's Signs We recite to you with truth. In what discourse, then, after Allah and His Signs, will they believe?
(Surat al-Jathiyyah: 6)

They will not help you in any way against Allah.
The wrongdoers are protectors of one another,
but Allah is the Protector of those who are conscious of Him.
(Surat al-Jathiyyah: 19)

They are surprised that a warner should come to them from among themselves. The unbelievers say: "This is a lying magician."
(Surah Sad: 4)

Do people find it so surprising that We should reveal to a man among them: "Warn humanity." The unbelievers exclaim:
"This is downright magic!"
(Surah Yunus: 2)

Fussnoten

7. Bediuzzaman Said Nursi, Risale-i Nur Collection, "The Letters: The Twenty-sixth Letter, The First Topic," www.risale-inur.com.tr/rnk/eng/words/15th_word.htm.
8. "Mu'allaqat," www.britannica.com/eb/article-9054111.
9. Ahmet Cevdet Paşa, Muallim Mahir iz, Peygamber Efendimiz (sav) (Our Prophet [saas]) (Hediye Kitaplar), 55-56.
10. Bediuzzaman Said Nursi, Risale-i Nur Collection, "The Letters: The Nineteenth Letter, Eighteenth Sign, Second Remark," www.risale-inur.com.tr/rnk/eng/letters/19letter.html
11. As-Suyuti, Tahdhib al-Khasa'is al-Nabawiyyah al-Kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas] (Istanbul: Iz Publications, 2003), p.286.